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Events

Musikrechte in digitalen Medienproduktionen- mit Martin Brem Modul 3

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Spielraum JAM MUSIC LAB

Gasometer B, Guglgasse 8
1110 Vienna
Austria

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Die Vorlesung untersucht die Ursprünge des Urheberrechts und zeigt, wie Musikrechte aufgrund der großen Menge und der kontinuierlichen Nutzung von Musik in audiovisuellen Inhalten zu einer zentralen operativen Funktion in der heutigen digitalen Medienproduktion geworden sind. Geprägt von sich wandelnden Technologien, Geschäftsmodellen, territorialen Rechtssystemen und Branchenpraktiken ist es für Musikschaffende essenziell, dieses sich ständig weiterentwickelnde Ökosystem zu verstehen, um ihr eigenes Rechtemanagement darin erfolgreich zu navigieren.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Zwei-Ebenen-Struktur der Musikrechte: den Rechten an der musikalischen Komposition (Publishing) und den Rechten an der Tonaufnahme (Master), ergänzt durch sogenannte verwandte Schutzrechte (Neighbouring Rights) für ausübende Künstlerinnen und Produzentinnen. Die meisten audiovisuellen Nutzungen – insbesondere Synchronisationen (Sync) – erfordern Genehmigungen aus beiden Ebenen. Dadurch wird die Rechteklärung zu einem mehrstufigen, prozessorientierten Vorgang mit mehreren Beteiligten und nicht zu einem einzelnen juristischen Akt.

Die Vorlesung hebt außerdem das Spannungsfeld zwischen der plattformgetriebenen Logik des „Move fast“ und den Anforderungen des Urheberrechts hervor, erläutert die praktische Rolle von Verwertungsgesellschaften in der Rechteverwaltung und betont die Bedeutung von Cue Sheets als Grundlage für die Meldung und Verteilung von Tantiemen. Darüber hinaus werden Vertragsstrukturen, Machtasymmetrien und Vertragsklauseln wie die „Most Favored Nation“ (MFN) behandelt.

Abschließend vergleicht die Vorlesung die schöpferzentrierten Urheberrechtsprinzipien der EU, die die Rechte individueller Urheber*innen in den Mittelpunkt stellen, mit dem US-amerikanischen Konzept des „Work Made for Hire“, bei dem Arbeitgeber in der Regel die Rechte an Werken besitzen, die von Angestellten oder Auftragnehmern geschaffen wurden. Zudem beleuchtet die Vorlesung aktuelle Debatten über Urheberrechtsinhaberschaft bei KI-generierter Musik.


The lecture examines the origins of copyright and how music rights have become a core operational function in contemporary digital media production due to the high volume and continuous use of music across audiovisual content. Shaped by changing technologies, business models, territorial legal systems, and industry practices, it is essential for music creatives to understand the ever evolving ecosystem to navigate their very own rights management within it.

A central focus was the two-layer structure of music rights: rights in the musical composition (publishing) and rights in the sound recording (master), supplemented by related or neighbouring rights for performers and producers. Most audiovisual uses—especially synchronization—require permissions from both layers, making rights clearance a multi-party, process-driven task rather than a single legal act.

The lecture highlights the tension between platform-driven “move fast” logics and copyright law, the practical role of collecting societies in rights administration, and the importance of cue sheets as the backbone of royalty reporting and distribution. It further addresses deal structures, power asymmetries, and clauses such as Most Favored Nation (MFN)

Finally, the lecture contrasts EU creator-centered copyright principles, which prioritize the rights of individual creators, with US “work made for hire” concepts, where employers typically own the rights to works created by employees or contractors. The lecture sheds also light on ongoing debates over copyright ownership within the realm of AI-generated music.


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